Antragsverfahren bei GKV

Das Antragsverfahren der gesetzlichen Krankenkassen

Die Psychotherapie (bei uns in Form der Systemischen Therapie) gehört nicht zu den "Regelleistungen" der gesetzlichen Krankenkassen (GKV).  Sie wird NUR auf Antrag des Patienten gewährt.

Zur Beantragung einer Langzeittherapie bei den GKV stellt die Therapeutin nach einem von den Kassen vorgegebenen Schema ein Gutachten mit der Bezeichnung "Bericht an den Gutachter", in dem

  • die Symptomatik
  • die ausführliche Lebensgeschichte
  • Hinweise auf körperliche und psychische Vorerkrankungen
  • die vorläufige Diagnose angegeben werden

Dem Antrag wird beigefügt:

  • ein Behandlungsplan mit Angabe der benötigten Stundenanzahl
  • eine Prognose, ob die Therapeutin eine Therapie bei Ihnen als sinnvoll erachtet

 Dieser "Bericht an den Gutachter" wird in anonymisierter Form in einem verschlossenen Umschlag mit einem Zahlenkürzel zur Identifikation versehen und über Ihre Krankenversicherung an einen Gutachter gesendet. Die Gutschter sind meistens Lehrbeauftragte, Dozenten, Professoren oder Leiter psychologischer Institute, deren Namen der Therapeut erst erfährt, wenn der Gutachter seine Stellungnahme abgegeben hat.

Der Bericht wird ausschließlich vom Gutachter bearbeitet. Weder Krankenkasse noch Sie als Patient haben Einblick. Der Grund dafür liegt darin, dass dieser Bericht gar kein Befundbericht, sondern eine diagnostische Hypothesenbildung zur Indikationsstellung darstellt. Die Krankenkassen als Kostenträger haben lediglich einen Anspruch darauf, die Diagnose zu erfahren, was auf einem gesonderten Formular geschieht.

Zur Erstellung der ausführlichen Lebensgeschichte ist es erforderlich, dass vom Patienten zu Beginn der Behandlung ein sogenannter "Anamnesefragebogen" ausgefüllt wird, der der Therapeutin die Erstellung des Gutachtens ermöglicht. Den Fragebogen meiner Praxis können Sie sich aus dem Download-Bereich herunterladen.

Bei allen Therapieanträgen und bei Verlängerungen ist das Formular "Antrag des Patienten..." zu unterschreiben, welches mit den persönlichen Daten des Patienten vorausgefüllt von der Therapeutin im Erstgespräch ausgehändigt wird. Die Therapeutin hat weitere zwei Formulare auszufüllen und schickt alles zusammen an Ihre Krankenkasse.

Sie werden sich sicher fragen, warum das Antragsverfahren der GKV kompliziert gestaltet wird.  Darauf haben wir keine zufriedenstellende Antwort.